An wichtigen Bühnen der Welt entwickelt sich der Künstler fachlich kontinuierlich weiter: von Wolfram in Tannhäuser (Bayreuther Festspiele) über Hans Heiling in Marschners gleichnamiger Oper am Theater an der Wien und Stolzius in Zimmermanns Die Soldaten (unter K. Petrenko an der Bayerischen Staatsoper), Kurwenal (Tristan und Isolde) in Baden-Baden und Berlin unter Simon Rattle bis zu Dallapiccolas Il Prigioniero in Hamburg und der Uraufführung von Scartazzinis Oper Edward II. in Berlin.
Die Saison 2020/21 brachte zwei wichtige Rollendebuts: Don Alfonso (Cosí fan tutte) am Opernhaus Zürich und Amfortas (Parsifal) an der Bayerischen Staatsoper unter Kirill Petrenko – an die Bayerische Staatsoper kehrt der Künstler in dieser Saison als Graf in Strauss‘ Capriccio zurück.
Auch im Konzert- und Oratorienfach ist Michael Nagy weltweit gefragt. Engagements führten ihn zu den international renommiertesten Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Concertgebouworkest, BR- Symphonieorchester, Chicago Symphony Orchestra, NHK Symphony Orchestra Tokyo, Orchestre de Paris, Gewandhausorchester Leipzig, Konzerthausorchester Berlin, New Japan Philharmonic Orchestra, Sydney Symphony Orchestra und zu diversen Festivals, u.a. in Schleswig-Holstein und im Rheingau, zu den Salzburger Festspielen und zum Tanglewood Festival (USA), nach Grafenegg und San Sebastian.

Die Saison 2021/2022 verspricht wieder abwechslungsreich zu werden: an der Bayerischen Staatsoper gibt es die Wiederaufnahme von Braunfels Die Vögel (Regie: Frank Castorf, Dirigent: Ingo Metzmacher) sowie anlässlich der Opernfestspiele eine Neuinszenierung von Strauss‘ Capriccio (Regie: David Marton, Dirigent: Lothar Koenigs); an der Wiener Staatsoper gibt Michael Nagy sein Debüt als Conte in Mozarts Le nozze di Figaro unter Adam Fischer sowie in einer konzertanten Version Haydns L ́Orfeo (Kreonte) an der Tonhalle in Düsseldorf (Leitung: Adam Fischer) und in Lyon die Partie des Dr. Falke in Strauss ́ Die Fledermaus unter Nikolaj Szeps-Znaider. Im Sommer 2021 übernahm er bei den Salzburger Festspielen kurzfristig die Partie des Don Alfonso in der Così fan tutte-Produktion von Christof Loy unter der Leitung von Joana Mallwitz.

Biografie

Der in Stuttgart geborene Bariton mit ungarischen Wurzeln begann seine musikalische Laufbahn bei den Stuttgarter Hymnus-Chorknaben und studierte Gesang, Liedgestaltung und Dirigieren bei Rudolf Piernay, Irwin Gage und Klaus Arp in Mannheim und Saarbrücken. In Meisterkursen erhielt er wichtige Impulse durch Charles Spencer, Cornelius Reid und Rudolf Piernay, der ihn bis heute gesangstechnisch begleitet.

Wichtige Repertoire-Partien wie Papageno (Zauberflöte), Conte (Le nozze di Figaro), Wolfram (Tannhäuser), Valentin (Faust), Jeletzki (Pique Dame), Marcello (La Bohème), Albert (Werther), Frank/Fritz (Die tote Stadt), Dr. Falke (Die Fledermaus) konnte er an den beiden ehemaligen Stammhäusern, der Komischen Oper Berlin und der Oper Frankfurt, ebenso erarbeiten wie die Titelpartie in Brittens Owen Wingrave oder Jason in Reimanns Medea. Diesen beiden Häusern bleibt er weiterhin verbunden: Frankfurt zuletzt als Spielmann (Humperdinck: Die Königskinder), Berlin zuletzt als Graf Tamare (Schreker, Die Gezeichneten) und Eugen Onegin auf einem Gastspiel beim Edinburgh Festival.

Im Konzertbereich mischt sich altbewährtes Repertoire, u.a. Brahms-Requiem in Neumarkt unter Thomas Hengelbrock und auf Tournee in Spanien, Mahlers Lieder eines fahrenden Gesellen mit den Bamberger Symphonikern unter dem Chefdirigenten Jakob Hrusa, Mendelssohns Elias mit dem Chorwerk Ruhr bei der Ruhrtriennale oder das Requiem von Gabriel Fauré unter Risto Joos in Groningen mit der Uraufführung von Sciarrions Piogge diverse in Dresden, der Uraufführung von Héctor Parras Wanderwelle unter Leitung von Andris Poga beim WDR Sinfonieorchester in Köln oder der Aufführung des unbekannten Oratoriums Weissagung und Erfüllung unter der Leitung von Duncan Ward beim Symphonieorchester Basel.
Eine zentrale Konzertform sind daneben Liederabende für den Künstler. Mit ausgesuchtem Repertoire tritt er u.a. in Kopenhagen gemeinsam mit Gerold Huber und Malcolm Martineau auf (Schuberts Winterreise und Brahms’ Liebesliederwalzer).

Statements

"... Dafür, so ist man das in München gewohnt, gibt es eine erlesen besetzte Vignettenreihung vokaler Kabinettstückchen: Da ist der diesmal sehr jung besetzte, aber sängerisch wie darstellerisch beste Prophetenfigur machende Bariton Michael Nagy..."
Welt online; Manuel Brug, 13.7.2024
"Opernfestspiele München leuchtet - im Musiktheater"
"Gesungen wird besser und vor allem auch genauer als in früheren Aufführungen, weil auf das früher bei dieser Oper übliche Engagement von Stimmruinen verzichtet wurde. Alle singen so frisch wie Michael Nagy, der dem dubiosen Weltuntergangsprediger Nekrotzar eine fast heldenbaritonale Wucht verleiht."
Abendzeitung München, Robert Braunmüller, 29.6.2024
„Im Avantgardemuseum: "Le Grand Macabre" im Nationaltheater“
"Überhaupt geht man in die Knie vor dem Gesangsniveau. Man erlebe nur Michael Nagy, der seinem personifizierten Teufel Nekrotzar auch Noblesse und Verzweiflungstöne abgewinnt und die Partie nie an die vokale Grimasse verrät."
Münchner Merkur, Markus Thiel, 29.6.2024
" Ligetis „Le Grand Macabre“ an der Bayerischen Staatsoper: Apokalypse – Au!"
"Michael Nagy, der sich der Bedeutung und Komplexität seines Charakters durchaus bewusst war und Beckmesser dementsprechend vielschichtig und klischeefrei darstellen konnte, setzte stimmlich in der Partie ganz neue Maßstäbe. Mit dezidiert feinsinniger Artikulation und deklamatorisch an Perfektion grenzender Interpretation war Nagy der geheime Meister des Abends. Seine Verinnerlichung der Partie zeigt, wie er als ein mit dem notwendigen Intellekt gesegneter Sänger, sich eine Partie akribisch erarbeitet und verinnerlicht hat, nun zu wahrer Größe aufsteigen kann."
Bachtrack, Alexandra Richter, 6.12.2022
"Welch Traumwahndeuterei!"
"Der Sängerpreis gehört aber Michael Nagy als Beckmesser. Endlich einmal das Porträt eines echten Menschen, so berührend schön gesungen, gegen Wagners boshaft-blöde Judenkarikatur."
SWR2 Journal am Mittag, Bernd Künzig
"Zwischen musikalischer Größe und kunstreligiöser Propaganda"
"... Michael Nagy, einer der zurzeit „reifsten“ Baritone und als Wagner-Sänger ebenso gefragt wie als Liedgestalter, begeisterte in den subtilen Schattierungen des Schmerzes, wenn der Schatz Hochzeit macht, wie in der Strahlkraft des Sonnenscheins, mit dem die Welt zwischenzeitlich zu funkeln beginnt. Frappierend vor allem seine natürliche Tongebung: kein manieriert-gewolltes Tönebasteln, kein Schummeln bei Registerwechseln oder aufgedrehtes Forcieren störten den Fluss: klagendes Lied, auffahrende Traumgestalten und Hoffnungsschimmer aus Blütengestöber des Lindenbaums in höchster Konzentration. Ein absolut fesselnder Mittelpunkt eines wundervollen Konzertabends der Bamberger Symphoniker, der auf weitere Entdeckungen neugierig macht!"
Bachtrack, Michael Vieth, 29.9.2021
"Der Titan von Hans Rott: Jubiläums-glänzende Bamberger in fesselnder Entdeckerlaune"
"... Beide singen sich vielmehr, sobald es nur geht, lyrisch strömend aus: Nagy mit einem äußerst eleganten Kavaliersbariton, dem man den stimmlich erfahrenen Don Giovanni angenehm anhört;"
FAZ, Jan Brachmann, 28.4.2021
"Schaumbadsolo für lyrischen Sopran"
"In diesen Rollen haben Michael Nagy und Selene Zanetti den Konflikt fesselnd geschürt. Nagy entwickelt mit seinem dunklen Bariton eine beträchtliche dramatische Fallhöhe. Die natürliche Schwere seiner Stimme macht den Argwohn gefährlich und die rezitativische Nervosität hochmusikalisch."
Abendzeitung München, Michael Bastian Weiß, 28.4.2021
"Livestream im Nationaltheater: Ein Hoch auf die Rauchkultur"
"... Michael Nagy singt die rund 40 pausenlosen Minuten des irrwitzig schwierigen Gesangspart mit einer breiten Palette der Differenzierung: eine makellose, ergreifende, erschütternde Interpretation."
Wiener Zeitung, Edwin Baumgartner, 15.3.2021
"Leon Botstein dirigiert Othmar Schoeck"
"... eine wuchtige, in Granit gehauene Musik, die den Knittelversen das Ornament abschlägt und einen starken Interpreten mit nicht weniger starker Stimme verlangt. Michael Nagy hat beides: Kraft und Intensität. Und er kann mit einer lyrisch grundierten Stimme dem bitteren Dauerforte einen Reichtum von Nuancen entlocken und mit feinsten Schattierungen den psychologischen Prozess verdeutlichen, der in sechs Liedern von der Todesangst über die Reue bis zur Ahnung von Erlösung führt."
Abendzeitung München, Robert Braunmüller, 7.6.2020
"'Jedermann' mit Michael Nagy und Nikolaus Bachler"
"... singt Bariton Michael Nagy Frank Martins "Jedermann-Monologe" mit hinreißender Theatralik und kompromissloser Unabdingbarkeit..."
SZ, Egbert Tholl, 8.6.2020
"Hoffentlich nicht für die Ewigkeit"
"So versteht sich, dass Don Alfonso alles andere ist als ein Philosoph und schon gar nicht alt, sondern ganz einfach der Dritte im Bunde mit Guglielmo und Ferrando – und als solcher macht Michael Nagy mit seinem so kernig wie opulent klingenden Bariton und seiner hervorragenden Diktion eine ganz ausgezeichnete Figur."
Republik, Peter Hagmann, 7.11.2018
"Wo Frauen an die Kasse kommen"
"... der Hedonist Don Alfonso (mit herrlich zwielichtiger Präsenz: Michael Nagy), der das Ganze ins Rollen gebracht hat, sucht Trost im Alkohol, und auch die Regie bekommt die vielen losen Fäden nicht mehr recht verknotet..."
NZZ, Christian Wildhagen, 6.11.2018
"Liebe ist auch bloss eine grosse Inszenierung"
"Michael Nagy verleiht ihm fabelhaft genau die Aura eines beleidigten Lebemannes."
SZ, Egbert Tholl, 6.11.2018
"Erotik der Gegenwart"
„Als Figur fasziniert einzig der bisweilen kaum von Alviano unterscheidbare Tamare als Gegenspieler und Rivale Alvianos. Der wunderbar geschmeidige Michael Nagy wuchtet ihn nicht in brutaler Herrenmenschmanier auf die Bühne, gibt ihm mit biegsam fülligem, schön durchgebildetem Bariton ungeahnte Kultur und Delikatesse.“
Manuel Brug, 24.1.2018
"Opernträume der „entarteten“ Avantgarde: Zemlinsky und Schreker in Lyon und Berlin"
„Unter den Solisten glänzte vor allem Bariton Michael Nagy als maskuliner Draufgänger Tamare, der keine Skrupel kennt...“
BR Klassik, Peter Jungblut, 22.1.2018
"Teuflischer Garten der Lüste"
„Michael Nagys Ausnahmebariton überrascht von neuem mit unendlichem Gestaltungspotenzial und klanglicher Vollendung.“
Badische Zeitung, Alexander Dick, 2.1.2018
"Der Urknall zum Jahreswechsel"
„Glänzend und für die Rabaukenrolle geradezu überbesetzt: der junge, kultivierte und kraftvolle Michael Nagy als Kurwenal.“
Opernwelt, Stefan Mösch, Ausgabe Nr. 5 / Mai 2016
"Über allen Gipfeln keine Ruh'"
„Michael Nagy [ist] ein sonor bärbeißiger Kurwenal, der aber auch nahtlos ins die weiche Kopfstimme übergehen kann, wenn er seinen totwunden Freund beklagt.“
FAZ, Eleonore Büning, 21.3.2016
"Schau mir bloß nicht in die Augen, Kleines"
„Für Michael Nagys Bariton ist das Werk wie maßgeschneidert. Sein erdiges Timbre passt zur melancholischen Stimmung im „Abschied“.“
Münchner Merkur, 20.6.2016
"Ewigkeit"
„Der Bassbariton Michael Nagy, ein genuiner Wagner-Sänger mit schöner Schwärze und wunderbar scharfer, dabei natürlicher Rundung, setzt hier einen wichtigen Kontrapunkt. Sein "Abschied" entwickelt die notwendige Schwere und Melancholie [...]“
Abendzeitung München, Michael Bastian Weiß, 21.6.2016
"Ewige Freude, unterhaltende Tiefe"
„Michael Nagy, who was making his CSO debut, sang of finding solace in the face of mortality. To his several solos he bought a burnished, focused lyric baritone with superb projection, pliant phrasing and a lieder singer's regard for the German texts and the meanings they convey through Brahms' music. The Hungarian singer is a real find.“
Chicago Tribune, John von Rhein, 11.11.2016
"CSO forces bring comforting eloquence to Brahms' Requiem"
„Michael Nagy singt den Elias, der den Götzenanbetern die große Dürre prophezeit, der sie verspottet und schließlich auf den rechten Weg führt, der des Lebens überdrüssig wird und letzthin Gott schaut. Ein Bariton voller Kraft und Leidenschaft, ein großer Gestalter.“
WAZ, Martin Schrahn, 31.1.2016
"Mendelssohns 'Elias' mit Wucht und allen Feinheiten"
„Michael Nagy ist ein grandios klangvoller, auch witziger Kurwenal.“
NZZ, Peter Hagmann, 21.3.2016
"Seekrank auf den Tod"
„Der Hut sei gezogen! Dieser Mann ist eine Entdeckung!“
Abendzeitung München, Robert Braunmüller, 13.11.2011
"Mahler 'Wunderhornlieder', Sinfonieorchester des BR, Daniele Gatti"
„Michael Nagy gestaltet die Hauptpartie zur grandiosen Psychostudie und ist in jeder Note der herausfordernden Partitur gewachsen.“
Nachrichten.at , Michael Wruss, 15.9.2015
„Gruselgeschichte zwischen Geisterwelt und Dorfleben. Saisonauftakt mit "Hans Heiling" im Theater an der Wien”
„Musikalisch hat der Abend Größe, was auch an den weiteren Solisten liegt. Michael Nagy verleiht Kurwenal beim Rollendebüt mit seinem klar umrissenen, aber immer geschmeidigen Bariton klare Konturen.“
Suedkurier, Alexander Dick, 21.3.2016
"Fühlt und seht ihr’s nicht?"
„Michael Nagy offers an engaging, robustly sung Papageno, ...“
The New York Times, George Loomis, 26.3.2013
"'Zauberflöte' in a New Easter Home"
„Michael Nagy, umjubelter Wolfram der Bayreuther "Tannhäuser"-Inszenierung, liefert eine Meisterleistung als Papageno ab. (...) Nagy hat ein Gespür für komödiantisches Timing. Jede Pointe seiner gesprochenen Texte sitzt, und seine unaufgeregte samtige Baritonstimme passt perfekt zu Mozart. “
Die Welt, Lucas Wiegelmann, 24.3.2013
"Kann Mozarts 'Zauberflöte' den Tod überwinden?"
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