Die Saison 2026/2027 führt Michael Nagy wieder mit zentralen Partien seines Fachs an bedeutende internationale Bühnen: An der Wiener Staatsoper ist er als Musiklehrer in der Neuproduktion von Richard Strauss’ Ariadne auf Naxos in der Regie von Barrie Kosky und unter der musikalischen Leitung von Franz Welser-Möst zu erleben. Mit Amfortas tritt er in einer konzertanten Aufführung mit dem Lithuanian State Symphony Orchestra auf. An der Staatsoper Unter den Linden in Berlin gibt Nagy sein Hausdebüt als Kurwenal in Tristan und Isolde unter Christian Thielemann. An der Wiener Staatsoper folgen Wiederaufnahmen von Die Meistersinger von Nürnberg unter Axel Kober sowie von Arabella unter Constantin Trinks, in der Nagy mit Mandryka ein Rollendebüt bestreitet. Zu den Bayreuther Festspielen kehrt er schließlich als Beckmesser in Die Meistersinger von Nürnberg zurück, diesmal unter der musikalischen Leitung von Simone Young.
Auch im Konzertsaal gehört Michael Nagy zu den gefragten Interpreten seines Fachs. Eine intensive Zusammenarbeit verband ihn mit Helmuth Rilling und der Internationalen Bachakademie, er sang Brahms Deutsches Requiem unter anderen mit dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Sir Simon Rattle, dem Chicago Symphony Orchestra und dem Gewandhausorchester Leipzig unter Herbert Blomstedt, Haydns Schöpfung beim Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter Daniel Harding, Mahlers Symphonie Nr. 8, zuletzt mit den Wiener Philharmonikern unter Andris Nelsons, dem Concertgebouworkest unter Klaus Mäkelä sowie dem Boston Symphony Orchestra, ebenfalls unter Andris Nelsons.
Neben barockem bis spätromantischem Repertoire liegt ein besonderer Schwerpunkt zudem auf der Musik des 20. Jahrhunderts und der Moderne. Beispielsweise wirkte Nagy mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester unter Ingo Metzmacher als Gabriel in Schönbergs Jakobsleiter mit und sang unter Alan Gilbert in Schönbergs Gurre-Lieder, mit dem Concertgebouw Orchestra unter Iván Fischer war er auf Tournee mit Jörg Widmanns Das heisse Herz, beim Gewandhausorchester sang er Schostakowitschs Sinfonie Nr. 13 „Babi Yar“, beim Kammerorchester Basel Schostakowitschs Sinfonie Nr. 14 unter Heinz Holliger.
Biografie
Der in Stuttgart geborene Bariton Michael Nagy zählt zu den vielseitigsten Sängern seiner Generation. Er begann seine musikalische Laufbahn bei den Stuttgarter Hymnus-Chorknaben, studierte dann Gesang, Dirigieren, Liedgestaltung in Mannheim und Saarbrücken bei Rudolf Piernay, Klaus Arp und Irwin Gage. Nagy verbindet ein breit gefächertes Opernrepertoire mit einer außergewöhnlichen Präsenz im Konzertbereich.
Nach Festengagements an der Komischen Oper Berlin und der Oper Frankfurt war er in den vergangenen Jahren an den bedeutendsten internationalen Opernhäusern und bei renommierten Festivals zu erleben. Bei den Bayreuther Festspielen debütierte Nagy als Wolfram in Tannhäuser, übernahm 2025 die Partie des Beckmesser in Wagners Die Meistersinger von Nürnberg unter Daniele Gatti und war 2026 als Orsini in Rienzi zu erleben. Eine zentrale Partie seines Repertoires ist Amfortas in Wagners Parsifal, den er erstmals an der Bayerischen Staatsoper unter Kirill Petrenko verkörperte, an der Deutschen Oper am Rhein unter Axel Kober, mehrfach bei den Festspielen Erl unter Asher Fisch sowie an der Wiener Staatsoper unter Alexander Soddy und Philippe Jordan. Weitere wichtige Partien führten ihn als Alberich in Wagners Ring des Nibelungen unter Franz Welser-Möst, als Morone in Pfitzners Palestrina unter Christian Thielemann und als Graf Almaviva in Mozarts Le nozze di Figaro unter Ádám Fischer an die Wiener Staatsoper. An der Bayerischen Staatsoper war Nagy zuletzt als Musiklehrer in Strauss’ Ariadne auf Naxos unter Daniele Rustioni, als Nekrotzar in Ligetis Le Grand Macabre unter Kent Nagano sowie als Ratefreund in Braunfels Die Vögel unter Ingo Metzmacher zu erleben. In Janáčeks Aus einem Totenhaus übernahm er an der Oper Frankfurt die Partie des Šiškov unter Robert Jindra. Als Jochanaan in Strauss’ Salome war Nagy konzertant mit dem Orquestra de València unter Alexander Liebreich zu hören, sowie als Don Alfonso in Mozarts Così fan tutte am Opernhaus Zürich und bei den Salzburger Festspielen.
In der aktuellen Saison ist Michael Nagy mit dem Taipei Symphony Orchestra und Zemlinskys Lyrischer Symphonie zu hören, mit Mendelssohns Elias in Bologna, mit Beethovens Missa Solemnis und dem Beethoven Orchester Bonn, mit Beethovens 9. Sinfonie beim Qatar Philharmonic Orchestra und in seinem Liederabend Siècles bei den Landsberger Konzerten.
Von Oktober 2025 an bekleidete Michael Nagy außerdem eine einjährige Interimsprofessur für Gesang an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt.