Seit 2011 entwickelt sich der Künstler kontinuierlich an den großen Bühnen der Welt weiter: von Wolfram in Tannhäuser (Den Norske Operan Oslo, Bayreuther Festspiele) und Conte Almaviva (Mozart, Le Nozze di Figaro) am Opernhaus Zürich, an der Wiener Staatsoper, am Théâtre du Capitole Toulouse über Stolzius (Zimmermann, Die Soldaten) und Amfortas (Wagner, Parsifal) an der Bayerischen Staatsoper, Kurwenal (Wagner, Tristan und Isolde) in Baden-Baden und Berlin unter Sir Simon Rattle, Dallapiccolas Il Prigioniero in Kopenhagen unter Gianandrea Noseda (erschienen 2020 beim Label Chandos), Don Alfonso (Così fan tutte) am Opernhaus Zürich und bei den Salzburger Festspielen, wieder als Beckmesser in einer Neuproduktion bei den Bayreuther Festspielen, wiederum als Amfortas unter Philippe Jordan und als Alberich in (Wagner, Der Ring des Nibelungen) unter Franz Welser-Möst an der Wiener Staatsoper bis hin zu Graf (Strauss, Capriccio), Nekrotzar (Ligeti, Le grand Macabre) an der Bayerischen Staatsoper und Jochanaan (Strauss, Salome) in einer konzertanten Aufführung in Valencia.
In aktuellen Spielzeit ist er wieder in München als Musiklehrer in Strauss‘ Ariadne, bei den Festspielen Erl/Tirol erneut als Amfortas und bei den Bayreuther Festspielen 2026 als Orsini in Wagners Rienzi zu hören.
Seit Oktober 2025 bekleidet Michael Nagy außerdem eine einjährige Interimsprofessur für Gesang an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt.
Biografie
Der in Stuttgart geborene Bariton mit ungarischen Wurzeln begann seine musikalische Laufbahn bei den Stuttgarter Hymnus-Chorknaben und studierte Gesang, Liedgestaltung und Dirigieren bei Rudolf Piernay, Irwin Gage und Klaus Arp in Mannheim und Saarbrücken. In Meisterkursen erhielt er wesentliche Impulse durch Charles Spencer, Cornelius Reid und Rudolf Piernay, der ihn bis heute gesangstechnisch begleitet.
Wichtige Repertoire-Partien wie Papageno (Zauberflöte), Conte (Le nozze di Figaro), Wolfram (Tannhäuser), Valentin (Faust), Jeletzki (Pique Dame), Marcello (La Bohème), Albert (Werther), Frank/Fritz (Die tote Stadt), Dr. Falke (Die Fledermaus) konnte er an den beiden ehemaligen Stammhäusern, der Komischen Oper Berlin und der Oper Frankfurt, ebenso erarbeiten wie die Titelpartie in Brittens Owen Wingrave oder Jason in Reimanns Medea. Diesen beiden Häusern bleibt er weiterhin verbunden: Frankfurt als Spielmann (Humperdinck, Die Königskinder), Giulio Cesare (Händel), als Beckmesser (Die Meistersinger von Nürnberg) und zuletzt als Siskov (Janacek, Aus einem Totenhaus), Berlin zuletzt als Graf Tamare (Schreker, Die Gezeichneten) und Eugen Onegin (Tschaikowski).
Auch im Konzert- und Oratorienfach ist Michael Nagy weltweit für Repertoire von Bach bis Schostakowitsch Symphonien Nr. 13 oder 14 oder Uraufführungen gefragt. Engagements führten ihn zu den international renommiertesten Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Concertgebouworkest, BR Symphonieorchester, Chicago und Boston Symphony Orchestra, NHK Symphony Orchestra Tokyo, Orchestre de Paris, Gewandhausorchester Leipzig, Konzerthausorchester Berlin, New Japan Philharmonic Orchestra, Sydney Symphony Orchestra und zu diversen internationalen Festivals, u.a. in Schleswig-Holstein und im Rheingau, zu den Salzburger Festspielen, zum Tanglewood Festival und nach Grafenegg.
In der Saison 2025/26 ist Michael Nagy wieder mit weitreichendem Repertoire zu erleben: mit Orffs Carmina Burana zusammen mit dem Gürzenich Orchester unter Andrés Orozco-Estrada in Köln, beim Rheingau Musik Festival, in Antwerpen und Luzern. Er singt Bachs Matthäuspassion mit dem Tokyo Symphony Orchestra unter Jonathan Nott, Johannespassion in Dortmund unter Jordan de Souza sowie Beethovens 9. Symphonie mit dem Gewandhausorchester Leipzig unter Mirga Gražinyte-Tyla. In Rom interpretiert er Haydns Schöpfung unter der Leitung von Daniel Harding, in Helsinki Jörg Widmanns orchestrierte Dichterliebe („Schumannliebe“) mit dem Finnish Radio Symphony Orchestra unter Widmann selbst. Zum Ende der Spielzeit stehen Konzerte mit Mahlers 8. Symphonie mit den Wiener Philharmonikern unter Andris Nelsons auf dem Programm.